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Perniziöse Anämie:
Blutarmut durch Vitamin B12-Mangel

Erschöpfte Frau mit perniziöser Anämie: Vitamin B12-Mangel als Ursache für Erschöpfung und Müdigkeit

Ein Vitamin B12-Mangel beeinträchtigt die Funktion jeder einzelnen Zelle im Körper. Besonders starke Auswirkungen hat er jedoch auf die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Fehlt Vitamin B12, können sich Anzahl und Größe der Erythrozyten verändern – es kommt zu einer Blutarmut, der sogenannten perniziösen Anämie. Durch welche Symptome macht sie sich bemerkbar?

Perniziöse Anämie – was ist das?

Bei perniziöser Anämie handelt es sich um eine Vitamin B12-Mangelanämie, also eine Form der Blutarmut, die dann entsteht, wenn dem Körper nicht genügend Vitamin B12 zur Verfügung steht, um rote Blutzellen zu vermehren. „Perniziös“ bedeutet „schädlich“ und „verderbend“ – und weist darauf hin, dass Betroffene diese gefährliche Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Alternative Bezeichnungen und Fachbegriffe für die perniziöse Anämie sind Anaemia perniciosa oder auch Morbus Biermer.

Rote Blutkörperchen
Gebildet werden rote Blutkörperchen im Knochenmark, anschließend zirkulieren sie mit einer Lebensdauer von knapp 120 Tagen im Blutkreislauf1. Für die Produktion von Erythrozyten muss jedoch eine ausreichende Menge an Vitamin B12, Eisen und Folsäure sowie genügend Erythropoietin (ein Wachstumsfaktor) vorhanden sein. Bei perniziöser Anämie (Vitamin B12-Mangelanämie) fehlt es an Vitamin B12 – in der Folge ist die Herstellung roter Blutkörperchen beeinträchtigt

Genau genommen wird die Bezeichnung perniziöse Anämie nur für eine besondere Blutbildungsstörung verwendet, die auf eine gestörte Bildung des Intrinsic Factors  zurückzuführen ist. Den Intrinsic Factor, ein Transportprotein aus dem Magen, benötigen wir, um Vitamin B12 aus der Nahrung verwerten zu können. Liegt eine perniziöse Anämie vor, verhindert das eigene Immunsystem, dass der Intrinsic Factor in genügendem Maße gebildet wird. Die Folge: Vitamin B12 lässt sich aus der Nahrung nicht effizient aufnehmen und steht somit nicht ausreichend für den Aufbau der roten Blutzellen zur Verfügung.

Typische Symptome bei perniziöser Anämie

Wie viele Folgen eines Vitamin B12-Mangels entwickelt sich eine perniziöse Anämie schleichend. Bereits zu deren Beginn entstehen Beschwerden – jedoch können diese auch auf andere Erkrankungen verweisen. Besonders häufig wird die perniziöse Anämie dabei von einer anhaltenden, körperlichen Erschöpfung über mehrere Wochen und Monate begleitet, welche durch den Mangel an roten Blutkörperchen hervorgerufen wird. Die geringe Zahl an Erythrozyten kann nun nämlich nicht mehr ihrer wichtigsten Aufgabe nachkommen und die Zellen des Körpers mit Sauerstoff versorgen. Insbesondere im Gehirn hat das Folgen: Die Unterversorgung schlägt sich in Form von Müdigkeit und anderen Warnsignalen nieder.

Weiterhin können bei perniziöser Anämie folgende Symptome auftreten:

  • Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • wiederkehrende Übelkeit
  • beschleunigte Atmung
  • Erhöhung der Herzfrequenz2
  • Blässe

Eine perniziöse Anämie ist eine erstzunehmende Folge eines Vitamin B12-Mangels und muss immer ärztlich abgeklärt werden. Die Vitamin B12-Mangelanämie kann heute rasch erkannt und gut behandelt werden.

Diagnose und Behandlung von
Morbus Biermer (Anaemia perniciosa)

Um die perniziöse Anämie (medizinisch auch Morbus Biermer oder Anaemia perniciosa) wirkungsvoll behandeln zu können, ist es zunächst wichtig, der Erkrankung auf die Spur zu kommen. Die Diagnose beim Arzt beruht auf der Untersuchung bestimmter Blutwerte: Bei einer perniziösen Anämie liegen die Hämoglobin-Werte unter 13 g/dl (Gramm pro Deziliter) bei Männern und unter 12 g/dl bei Frauen. Hämoglobin ist ein Eiweiß, das den Sauerstoff in den roten Blutkörperchen bindet und das Blut rot färbt. Wird es vermehrt abgebaut, lagert sich das Stoffwechselprodukt Bilirubin in der Haut ein – was diese gelb erscheinen lässt. Bei gelblicher Gesichtshaut oder anhaltender Müdigkeit sollten Sie immer bei einem Arzt nach Morbus Biermer und damit nach einem Vitaminmangel als Ursache fragen.

Steckt hinter der Müdigkeit und weiteren Symptomen ein Vitaminmangel verbunden mit einer perniziösen Anämie, ist eine lebenslange Gabe (Supplementierung) von Vitamin B12 erforderlich. Wird die Behandlung unterbrochen, können innerhalb kürzester Zeit erneut Beschwerden auftreten. Als wirksame und anhaltende Therapieoption bei Anaemia perniciosa bieten sich unter anderem hochdosierte orale Präparate an (zum Beispiel B12 Ankermann® Dragees). Einer Studie zufolge können nur Vitamin B12-Dosierungen von über 600 Mikrogramm und mehr einen Mangel effektiv ausgleichen. Dabei gilt, je höher dosiert, desto besser. B12 Ankermann® ist das einzige hochdosierte B12-Arzneimittel mit 1.000 Mikrogramm in einem Dragee. Dadurch versorgt Sie B12 Ankermann® mit der erforderlichen Menge an Vitamin B12, um Ihren Mangel zuverlässig auszugleichen – ganz gleich, ob sie ausreichend Vitamin B12-Transportproteine haben oder nicht.

1 Thieme – via medici: Erythrozyten: Funktion und Lebenszyklus. URL: viamedici.thieme.de/lernmodule/histologie/erythrozyten+funktion+und+lebenszyklus (11.06.2018).
2 Baenkler, H.W. u.A. : Duale Reihe Innere Medizin, Stuttgart 1999, S. 1336