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B12-Spritzen oder -Tabletten:
Was ist effektiver?

Patientin entscheidet mit ihrer Ärztin: B12-Spritzen oder -Tabletten?

Konzentrationsstörungen, Blässe, Kraftlosigkeit: Kommt es zu solchen Beschwerden, ist in vielen Fällen ein Mangel an Vitamin B12 dafür verantwortlich, denn ein Defizit an diesem Vitamin kann zu Störungen der Blutbildung und der Nervenfunktion führen. Damit es den Betroffenen dann möglichst schnell wieder besser geht, ist die richtige Behandlung entscheidend. Doch welche Methode wirkt effektiver, wenn es darum geht, die Mangelsymptome zu lindern? Die Patienten haben die Qual der Wahl: B12-Spritzen oder -Tabletten?

B12-Mangel behandeln mit Spritzen oder Tabletten

Schätzungen zufolge leiden knapp fünf bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung unter einem Vitamin B12-Mangel1. An den Betroffenen geht das nicht spurlos vorbei – sie haben mit zahlreichen Beschwerden zu kämpfen, die sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit einschränken, da Vitamin B12 neben seiner Rolle in der Blutbildung auch für die Funktion der Nerven sehr wichtig ist. Typisch sind

  • Muskelschwäche,
  • chronische Müdigkeit,
  • blasser Teint,
  • Mundwinkeleinrisse,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Vergesslichkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Gangunsicherheit,
  • depressive Verstimmungen und
  • bei länger bestehender Unterversorgung Blutbildungsstörungen bis hin zur Blutarmut.

Hat der Arzt einen Mangel an Vitamin B12 diagnostiziert, wird er seinen Patienten über die bestehenden Therapiemöglichkeiten informieren und gemeinsam mit ihm entscheiden, welche im individuellen Fall am besten geeignet ist. Zur Verfügung steht die Gabe von B12 mittels Spritzen oder die Aufnahme durch Tabletten.

B12-Spritzen oder -Tabletten?

Um die Darreichungsformen von Vitamin B12 (Spritzen oder Tabletten) angemessen miteinander vergleichen zu können, ist es zunächst wichtig, den körpereigenen Aufnahmemechanismus (Resorption) des Nährstoffs zu verstehen: Gelangt Vitamin B12 über die Nahrung in den Magen, kann die Resorption auf zweierlei Arten erfolgen:

  • Zum einen steht dem Körper die aktive Aufnahme zur Verfügung. Hierbei spielt der sogenannte „Intrinsic Factor“, der von Belegzellen des Magens gebildet wird, eine Schlüsselrolle. Das Transportprotein bindet das Vitamin und hat die Aufgabe, es geschützt vor der Magensäure und anderen Verdauungssäften in den Darm zu bringen, wo es von spezialisierten Zellen aufgenommen wird.
  • Zum anderen macht sich B12 dem Körper aber auch auf passive Art und Weise zugänglich: Ohne Energie zu verbrauchen oder speziellen „Begleitschutz“ zu benötigen, tritt das Vitamin hier durch die Darmwand. Um die passive Resorption relevant zu machen, ist eine besonders hohe Vitamin-Zufuhr notwendig. Denn es gilt: Je mehr Vitamin B12-Moleküle im Magen-Darm-Trakt ankommen, desto effektiver wird der passive Transfer und desto mehr Vitamin B12 wird dem Körper hierüber zur Verfügung gestellt. Der Vorteil dabei: Fällt der aktive Aufnahmeweg zum Beispiel alters- oder krankheitsbedingt aus, kann dieses Defizit bei ausreichend hoher Zufuhr über die passive Aufnahme abgefangen werden.

Zur Behandlung eines Mangels gibt es B12-Spritzen oder -Tabletten: Die Spritzen (zum Beispiel B12 Ankermann® Injekt) umgehen die Aufnahme über den Darm und liefern dem Körper das Vitamin direkt und per Injektion. Sie empfehlen sich daher vor allem initial, um einen sehr schwerwiegenden Mangel auszugleichen. Alternativ zur Therapie mittels Spritzen besteht die Möglichkeit, den Vitamin B12-Mangel über eine orale Therapie, sprich die Einnahme von Tabletten, auszugleichen. Wichtig ist hierbei die Dosierung. Denn nur hochdosierte Präparate mit mindestens 600 Mikrogramm Vitamin B12 gewährleisten durch eine zunehmende passive Aufnahme im Darm einen therapeutisch wirksamen Effekt. Hier haben sich die B12 Ankermann®-Dragees  bewährt, die durch ihre hohe Dosierung von 1.000 Mikrogramm auch bei einer Aufnahmestörung infolge eines Intrinsic Factor-Mangels geeignet sind.

Effektivitätsvergleich: Unser Fazit zur Frage "B12 Spritze oder Tabletten?"

Welche Darreichungsform ist nun aber die effektivere? Die Antwort lautet: B12-Spritzen oder -Tabletten weisen dieselbe Wirksamkeit auf. Zwar umgehen Injektionen den Weg über die Verdauung, doch kann der Körper dennoch nicht den gesamten Wirkstoff verwerten. Es steht nur eine begrenzte Anzahl an Transportmolekülen im Blut zur Verfügung – sind sie ausgelastet, wird das überschüssige Vitamin B12 über den Urin ausgeschieden. Zudem konnten Studien nachweisen, dass die orale Einnahme von hochdosiertem Vitamin B12 – selbst bei vorliegenden Aufnahmestörungen – einen Mangel effektiv behandeln kann2,3. Laut einer Analyse der Cochrane Collaboration erweist sich die Gabe von Tabletten mit 1.000 bis 2.000 Mikrogramm Cyanocobalamin (Vitamin B12) bei einem Mangel als genauso wirksam wie eine intramuskuläre Injektion (Spritze in einen Muskel)4.

Betroffene können sich daher ganz nach ihrer persönlichen Vorliebe für B12-Spritzen oder -Tabletten entscheiden. Beide Darreichungsformen unterstützen effektiv die Behandlung des Mangelzustands. In vielen Fällen geben die Patienten aber den Tabletten den Vorzug, da sie eine einfache und flexible Einnahme erlauben, die ohne regelmäßige, eng getaktete Arzttermine erfolgen kann.

1 Iatroudakis, Michael: Vitamin B12 Mangel: die unterschätzte Volkskrankheit, 2016, S. 28.
2 Bolaman et al. J Clinical Therapeutics 2003; 25 (12): 3124-3134.
3 Andrès E et al. Am J Med 2001; 111:126-129.
4 Vidal-Alaball JV et al. 2005; The Cochrane Database Syst Rev Jul 20 (3), CD004655, 2005.